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PRAXIS-WISSENGenetische Widerstandskraft im Raps

Resistenz statt Fungizid

Winterraps steht unter Krankheitsdruck. Setzen Sie auf genetische Resistenzen gegen Phoma, Sklerotinia, Verticillium und Kohlhernie. So können Sie Fungizide sparen und Ertragsverluste mindern.

Praxisbild zum Fachartikel „Resistenz statt Fungizid“

Genetische Resistenz zuerst: Mit robusten Sorten wie DESPINA (Rlm7), COLUMBIA und OLIVIANA, weiter Fruchtfolge und gezieltem Monitoring können Sie das Befallsrisiko senken und Fungizide gezielter einsetzen.

Krankheitsdruck gezielt managen

Winterraps steht vielerorts unter hohem Krankheitsdruck. Phoma lingam (Wurzelhals- und Stängelfäule), Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit), Verticillium longisporum (Rapswelke) und Plasmodiophora brassicae (Kohlhernie) können einzeln oder gemeinsam erhebliche Ertragsverluste verursachen. Ziel ist, Fungizidbehandlungen möglichst überflüssig zu machen. Setzen Sie auf genetische Widerstandskraft und kombinieren Sie diese mit Fruchtfolge, Stoppelmanagement, angepasster Bestandesführung und Monitoring. So können Sie das Befallsrisiko senken, Behandlungen sparen und den Ertrag stabilisieren.

Phoma: hohe wirtschaftliche Bedeutung

Phoma lingam gilt in Deutschland als eine der wirtschaftlich bedeutendsten Rapskrankheiten. Der Pilz infiziert im Herbst über das Blatt (Blattflecken) und kann im Frühjahr Wurzelhalsfäule verursachen. In Befallsjahren sind deutliche Ertragsverluste möglich. Enge Rapsfruchtfolgen und milde, feuchte Herbste können den Befall fördern. Setzen Sie auf genetische Resistenz: DESPINA trägt Rlm7 und zeigt sehr gute Phoma-Resistenz plus quantitative Absicherung. Symptome: Im Herbst graubraune Blattflecken mit Pyknidien; im Frühjahr dunkel verfärbter Wurzelhals, vorzeitige Abreife und Umknicken bei Wind.

Sklerotinia: Risiko zur Blüte senken

Sklerotinia kann zur Blüte über abfallende Blütenblätter infizieren und zu weißer, watteähnlicher Fäule mit Sklerotien führen. Reduzieren Sie das Risiko genetisch: COLUMBIA bietet überdurchschnittliche Sklerotinia-Toleranz; aufrechter Wuchs kann die Durchlüftung fördern. In Kombination mit 40 – 50 Pflanzen/m² und zurückhaltender N-Düngung kann in befallsarmen Jahren – nach Empfehlung des regionalen Warndienstes – auf die Blütenbehandlung verzichtet werden; deren Kosten entfallen dann.

Verticillium und Kohlhernie: bodenbürtig

Verticillium longisporum dringt über die Wurzel ein, kann Leitbahnen verstopfen und einseitige Notreife, kleine Körner und einen geringeren Ölgehalt verursachen. Chemische Bekämpfung ist nicht möglich; helfen können Sortenwahl und weite Fruchtfolgen. DESPINA zeigt eine gute Verticillium-Toleranz. Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) überdauert als Dauersporen viele Jahre im Boden; auf stark befallenen Flächen sind hohe Ertragsverluste möglich.

Fruchtfolge und Stoppelmanagement

Fruchtfolge ist die wichtigste Hygienemaßnahme: Mindestens 3, besser 4 Jahre Anbaupause zwischen zwei Rapskulturen. Auf Kohlhernie-Flächen sind 6 – 7 Jahre ohne Kreuzblütler nötig. Bekämpfen Sie Ausfallraps konsequent. Nach der Ernte Stoppeln mulchen und flach einarbeiten (5 – 8 cm), um Pseudothecien und Sklerotien mikrobiell abzubauen. Tiefes Pflügen vergräbt Sklerotien, die jahrelang überleben und später wieder an die Oberfläche gelangen. Flaches Einarbeiten mit Grubber oder Scheibenegge ist daher vorzuziehen.

Fungizide gezielt einsetzen, Resistenzen erhalten

Setzen Sie Fungizide gezielt ein: Herbstbehandlung gegen Phoma nur bei starkem Blattbefall und nach Empfehlung des regionalen Warndienstes. Überwachen Sie mögliche Resistenzdurchbrüche und wechseln Sie bei Bedarf das Resistenzgen. Unverbindliches Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Bei 4 t/ha und 450 €/t entspricht jeder vermiedene Ertragsverlust von einem Prozent rechnerisch rund 18 €/ha – dem stehen etwaige Mehrkosten des Saatguts gegenüber.

PRAXIS-TIPPS

  • Wählen Sie in Phoma-Hochdruckgebieten DESPINA (Rlm7).
  • Nutzen Sie OLIVIANA auf Kohlhernie-befallenen Flächen.
  • Setzen Sie in Sklerotinia-Regionen auf COLUMBIA.
  • Bei Verticillium-Problematik: DESPINA oder AMEA einsetzen.
  • Steuern Sie 40 – 50 Pflanzen/m² an und vermeiden Sie zu üppige N-Gaben.
  • Mulchen Sie Rapsstoppeln und arbeiten Sie sie 5 – 8 cm flach ein.
  • Planen Sie mindestens 3, besser 4 Jahre Rapsabstand; auf Kohlhernie-Flächen 6 – 7 Jahre ohne Kreuzblütler.

Zahlen sind Praxis- und Richtwerte, Wirkungen hängen von Standort, Jahr und Bewirtschaftung ab – betriebsindividuell zu prüfen.

Quelle: Bisherige Website www.agasaat-hybrid.com/praxis-wissen/raps-krankheiten (Fassung Common Crawl 08/2026), redaktionell verdichtet

Hinweis: Anbau- und Fütterungszahlen sind Praxisrichtwerte und regional sowie betrieblich anzupassen; Hinweise der amtlichen Beratung und des Pflanzenschutz-Warndienstes haben Vorrang. Rechenbeispiele beruhen auf den jeweils genannten Annahmen und sind unverbindlich. Sortenergebnisse sind im jeweiligen Sortenporträt mit Versuch, Jahr und Quelle belegt.

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